Grundhaltung/Tai Chi

Die Grundhaltung im Tai Chi Chuan

Der erste Schritt um uns richtig zu verwurzeln ist die Entspannung.
Die Entspannung in den Boden hinein – in China heißt das Sung.
Wir geben alle Anspannung, das ganze Gewicht in den Boden ab.
Wichtig ist dabei den ganzen Körper wahrzunehmen.

Wir haben drei große Hindernisse, auf dem Weg das Gewicht wirklich fallen zu lassen:
Die Füße !
Wir haben oft viel zu viel Spannung im Fuß, die den tiefen Kontakt zum Boden verhindert. Also den ganzen Fuß entspannen- oben, unten, innen, außen.
Einfach mal in die Füße hin ein fühlen.
Spüren wo das Körpergewicht auf dem Fuß ruht.
Das Körpergewicht auf die Fußzehen verlagern, auf die Fersen, auf die Innenkanten, auf die Außenkanten.
Wie fühlt sich das an?
Durch die Übungen können wir eine positive Wirkung auf unsere Fußmuskulatur erreichen.

Die Knie!
Die Lage der Knie ist ganz wichtig.
Sie stehen in einer vertikalen Lage über dem Fuß.
Sind sie das nicht, kommt es zu Knieschmerzen. Außerdem kann unsere Energie nicht frei fließen. Wenn das Knie auf der Seite, flächig oder hinten schmerzt, braucht es größere Zuwendung.
Korrigiert eure Haltung. Versucht das Knie durch vorsichtiges kreisen zu lockern. Dadurch spürt man die Anspannung im Knie besser und kann auch hier einfach loslassen.
Wenn es unterhalb der Kniescheibe schmerzt, ist das ok.
Dies ist ein Zeichen, dass das Ende des Oberschenkels arbeiten muss.
Eine falsche Lage des Knies kommt aus einer falschen Lage des Sprunggelenks beziehungsweise des Fußes.
Wird die Innenseite zu stark belastet, neigt sich das Knie nach innen (X-Beine).
Also immer auf das Knie achten und korrigieren:
Belaste vor allem die Aussenkante, die Zehen und die Ferse. Dann sollte das Knie in seiner korrekten Position über dem Fuß sein.
Dabei nicht immer auf den Fuß schauen!
Sondern hinein spüren, und du weißt wo die Mitte liegt.

Und zum Schluss das Becken !
Ein ganz großes Hindernis beim Entspannen, beim Loslassen in den Boden ist das Becken.
Das Becken ist wie ein großes Gelenk, es verbindet oben mit unten.
Wenn wir beim Tai Chi leicht in die Knie gehen, sollte das Becken „fallen“.
Der untere Rücken ganz gerade werden, damit Steißbein und Wirbelsäule eine gerade Verbindung bilden. Hierbei an einen Stapel Teller denken.
Jeder Wirbel ist ein zerbrechlicher Teller, doch wir sind gute Jongleure.
Oder an einen Barhocker am Tresen, auch hier lassen wir unser Becken fallen. (Eigentlich eine ganz gesunde Sitzweise :-))
Durch das Fallenlassen des Beckens, mit Aufrichtung der Wirbelsäule entlasten wir den Bereich der Lendenwirbelsäulen.
Klappt die Grundhaltung, haben wir schon ganz viel erreicht.
Nur nicht verzweifeln, es braucht seine Zeit.
Wir haben einfach verlernt auf unseren Körper und unsere Haltung bewußt zu achten.
Achte darauf, dass das Becken auch bei den Bewegungen,
bei den Gewichtsverlagerungen immer nach unten fällt, immer schön entspannt ist. Mit der Zeit werden, durch die Lockerung und Entspannung im Becken, alle Bewegungen fließend und harmonisch.
Am Anfang kann es sein, das sich deine Oberschenkel melden.
Da sie arbeiten müssen, können sie brennen oder zittern. Das ist ganz normal und ein gutes Zeichen. Die Oberschenkelmuskeln werden so trainiert.
Das Erarbeiten der Grundhaltung kann eine sehr intensive Morgenmeditation sein: sich in den Körper hineinfühlen, Körperhaltung korigieren, Gedanken sammeln und vom Alltagsstress abschalten.

Viel Spaß beim Üben !!

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